© Sebastian Linnerz

DER SCHMERZ

nach einer Erzählung von Marguerite Duras

Premiere: 11. März 2011

Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2011.

Ausgezeichnet mit dem Kurt-Hackenberg-Preis 2011.

 

Marguerite Duras, geboren am 4. April 1914 in Vietnam (damals Französisch-Indochina) als Marguerite Donnadieu, gestorben am 3. März 1996 in Paris, wuchs in Vietnam auf und ging 1932 mit 17 Jahren nach Frankreich, um in Paris zunächst Mathematik, später Jura und Politikwissenschaft zu studieren. 1940 schloss sie sich einer Résistancegruppe an, in der sie auch den späteren französischen Präsidenten François Mitterrand kennenlernte. Ihr Ehemann Robert Antelme, der ebenfalls in der Résistance aktiv war, wurde von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau verschleppt.

In ihrer autobiographischen Erzählung „Der Schmerz“ bangt sie 1944 um die Rückkehr ihres Mannes aus dem KZ Dachau. Zunehmend verknüpft sich der Schmerz der Wartenden mit den Vorstellungen vom Schmerz des KZ-Häftlings. Schließlich kehrt er zurück, aber er ist ihr fremd geworden …

Marguerite Duras schreibt: „Ich stand vor einer phänomenalen Unordnung des Denkens und des Fühlens, an die ich nicht zu rühren wagte und der gegenüber ich die Literatur als beschämend empfand“ und: „Ich habe keine Erinnerung daran, dies geschrieben zu haben.“

Mit: Gerda Böken, Elmira Bahrami, Renate Fuhrmann, Susanne Seuffert, Zeljko Marovic, Emanuel Wehse (Cello)

Regie: Heinz Simon Keller

Ausstattung: Petra Maria Wirth

Kostüme: Regina Rösing

Dramaturgie: Franz Josef Herpers

Licht: Dietrich Körner

Grafik: Willi Hölzel

 

Eine Produktion von theaterblackbox köln im NS-Dokumentationszentrum Köln.

„Stück des Monats […] Heinz Simon Keller hat eine komplexe, vielstimmige Choreografie geschaffen, die nicht nur den Roman erzählt, sondern viele Aspekte aus Duras’ Leben anklingen lässt und viel Raum für Kopfkino lässt. Nach nur einer Stunde ist dieser intensive, absolut sehenswerte Abend vorbei – hinaus geht man anders als hinein.“

– AKT Köln/Theaterzeitung April 2011

 

„Der Gewinn liegt in einem multiperspektivischen Erzählen, so werden faszinierende Kurzschlüsse zwischen Duras’ Leben und Ihren Texten geschaffen. Fast unerträglich dann die Beschreibung der Rekonvaleszenz des KZ-Rückkehrers.“

– choices April 2011

 

„Die Biografie der großen Autorin setzt sich aus der Perspektive dreier Generationen zusammen. Das macht die Inszenierung stark, sie transportiert den Schmerz eindringlich in die Gegenwart. Ein sehenswerter Abend.“

– Stadtrevue April 2011

„… sprachgewaltig, mit unbarmherziger Härte …“

– Kölner Stadtanzeiger, 15. März 2011

„… das Stück, angesiedelt zwischen absurdem Theater à la Warten auf Godot und intellektualisiertem deutschem Regie-Theater […] begeisterter Applaus für die geschlossene Ensembleleistung“

–Kölner Rundschau, März 2011

„[…] keine Historisierung findet statt, sondern eine Konfrontation mit ‚Heute‘, die intensive Präsenz der Darsteller schafft einen Abend mit großer Eindringlichkeit, dem man sich nicht entziehen kann, bemerkenswert …“

– Volksbühne Köln, März 2011

„In streng choreografierten Arrangements wird die Geschichte um die erloschene Liebe zu einem KZ-Heimkehrer zu einem ergreifenden multiperspektivischen Bild aufgefächert – selten ist eine Romanadaption so kongenial gelungen“

– Stadtrevue 2011/Jahresrückblick