the Theater Blackbox | Der Schmerz

Der Schmerz

nach einer Erzählung von Marguerite Duras
Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2011
GEWINNER DES KURT-HACKENBERG-PREIS 2011
Akt.22 Stück des Monats April 2011
im NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Marguerite Duras geb. am 4. April 1914 in Vietnam (damals Französisch-Indochina) als Marguerite Donnadieu; gest. am 3. März 1996 in Paris. Sie wuchs in Vietnam auf und ging 1932 mit 17 Jahren nach Frankreich, um in Paris zunächst Mathematik, dann aber Jura und Politikwissenschaft zu studieren. 1940 schloss sie sich einer Résistancegruppe an, in der Sie auch den späteren französischen Präsidenten François Mitterrand kennenlernte. Ihr Ehemann Robert Antelme, der ebenfalls in der Résistance aktiv gewesen war, wurde von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau verschleppt. 1944 trat Duras der Parti communiste français bei. Später protestierte sie gegen die Behandlung von Schriftstellern in der Sowjetunion, was zu ihrem Parteiausschluss 1950 führte.
In ihrer autobiographischen Geschichte "Der Schmerz" bangt Sie 1944 um die Rückkehr ihres Mannes aus dem KZ Dachau, wohin er als Mitglied der französischen Résistance deportiert wurde. Zunehmend verknüpft sich der Schmerz der Wartenden mit den Vorstellungen vom Schmerz des KZ-Häftlings. Schließlich kehrt er zurück, steht ihr fremd gegenüber und sie kann ihn nicht mehr lieben. Sie verlässt Ihn.
Die Geschichte einer Liebe, die nicht gelebt werden konnte. Diese frühe Erzählung zeigt die schriftstellerische Meisterschaft und die große Persönlichkeit der jungen Duras.
Marguerite Duras schreibt: „ Ich stand vor einer phänomenalen Unordnung des Denkens und des Fühlens, an die ich nicht zu rühren wagte und der gegenüber ich die Literatur als beschämend empfand.“ „Ich habe keine Erinnerung daran, dies geschrieben zu haben.“ Wir wollen uns erinnern.

Bilder

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Besetzung

Mit Gerda Böken, Elmira Bahrami, Renate Fuhrmann, Susanne Seuffert, Zeljko Marovic,Emanuel Wehse (Cello)
Regie: Heinz Simon Keller
Ausstattung: Petra Maria Wirth
Kostüme: Regina Rösing
Dramaturgie: Franz Josef Herpers
Licht: Dietrich Körner
Grafik: Willi Hölzel

Termine

Premiere 11.März 20 Uhr
weitere Termine: 12. 18. 19. 24. 25. 30. März
7. 8. 10. 28. 29. 30. April
6.7.Mai 2011
jeweils 20 Uhr

EL-DE-Haus
Appellhofplatz 23-25
0221 22116332
U-Bahnstation Appellhofplatz
www.nsdok.de

Trailer

Pressestimmen

“Stück des Monats […] Heinz Simon Keller hat eine komplexe, vielstimmige Choreografie geschaffen, die nicht nur den Roman erzählt, sondern viele Aspekte aus Duras’ Leben anklingen lässt und viel Raum für Kopfkino lässt. Nach nur einer Stunde ist dieser intensive, absolut sehenswerte Abend vorbei – hinaus geht man anders als hinein.“ AKT Köln/Theaterzeitung April 2011

“Der Gewinn liegt in einem multiperspektivischen Erzählen, so werden faszinierende Kurzschlüsse zwischen Duras´ Leben und Ihren Texten geschaffen. Fast unerträglich dann die Beschreibung der Rekonvaleszenz des KZ-Rückkehrers.“ choices April 2011

“die Biografie der großen Autorin setzt sich aus der Perspektive dreier Generationen zusammen. Das macht die Inszenierung stark, sie transportiert den Schmerz eindringlich in die Gegenwart. Ein sehenswerter Abend.“ Stadtrevue April 2011

"sprachgewaltig, mit unbarmherziger Härte..." Kölner Stadtanzeiger 15.März 2011

"das Stück, angesiedelt zwischen absurdem Theater a la Warten auf Godot und intellektualisiertem deutschem Regie-Theater […] begeisterter Applaus für die geschlossene Ensembleleistung" Kölner Rundschau März 2011

"[…]keine Hisorisierung findet statt, sondern eine Konfrontation mit „Heute“, die intensive Präsenz der Darsteller schafft einen Abend mit großer Eindringlichkeit, dem man sich nicht entziehen kann, bemerkenswert…" Volksbühne Köln März 2011

"In streng choreografierten Arrangements wird die Geschichte um die erloschene Geschichte zu einem KZ-Heimkehrer zu einem ergreifenden multiperspektivischen Bild aufgefächert - selten ist eine Romanadaption so kongenial gelungen" Stadtrevue 2011/Jahresrückblick